Aktuelles

28.05.2021

Internationales Projekt Klimawandel & Community Safety

DEFUS nimmt an einem von Safer Cities Canada und der kanadischen Laurier University geführten Projekt zur interdisziplinären Grundlagenarbeit teil, das die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Phänomenen des Klimawandels und ihren mittelbaren und unmittelbaren Auswirkungen auf Aspekte des sozialen Zusammenlebens und der urbanen Sicherheit untersucht.

Am Freitag den 21.05.2021 fand zum Auftakt der erste von drei Workshops zu diesem Zweck statt, bei dem die teilnehmenden Expert*innen aus den Bereichen Prävention, Kommunalpolitik, Risikomanagement, Klimaforschung und Kriminologie in moderierten Arbeitsgruppen diskutierten, in welchen Kausalketten Auswirkungen des Klimawandels auf die kommunale Sicherheit bereits zu beobachten sind, und welche in der nahen Zukunft auftreten werden.

Obwohl sich erwartungsgemäß nicht bei allen Punkten ein Konsens finden ließ, waren sich die Teilnehmenden überwiegend darin einig, dass die entstehenden Probleme uneinheitlich und asymmetrisch auftreten, dies aber in der Regel zum Nachteil ohnehin bereits benachteiligter Gruppen.

Als Ergebnis stand am Ende des ersten Workshops die praktische Forderung, soziale Gerechtigkeit bewusster in Resilienzstrategien zu integrieren und bei der Entwicklung von Maßnahmen vulnerable Gruppen wesentlich stärker einzubeziehen - und dies nicht nur als passive (wenn auch prioritäre) Objekte der Sicherheit, sondern als aktive Partner.

Im zweiten Workshop (Freitag, 04.06.) wurde die Arbeit der Auftaktveranstaltung vertieft. Die Teilnehmenden konzentrierten sich vermehrt auf die Zwischenschritte, durch die Klimaphänomene Situationen auslösen, die in der Folge wiederum Gewalt und Verbrechen fördern. Parallel zu dieser mehrschichtigen Problemanalyse diskutierten die Gruppen immer auch konkrete Beispiele für Kommunikations- und Organisationsmöglichkeiten bei verschiedenen Graden der Zerstörung und Belastung.

Die Diskussion verglich hierbei das Krisenmanagement mit der Kriminalprävention und fand bemerkenswerte Parallelen. Bei der Frage nach der Übertragbarkeit der Lösungsansätze auf lokale Kulturen und Strukturen ergab sich ein geteiltes Bild. Zum Einen handele es sich mitunter nur um Symptombekämpfung, die teils sogar von der Ursachenbekämfpung ablenke, zum anderen erfordern einige der vielversprechendsten Ansätze zwar durchaus wenig Geld, dafür aber langfristige Planung und gute Koordination, die sich schlecht politisch vermitteln lasse. Schließlich wurde deutlich darauf hingewiesen, dass in beiden Fällen die Verantwortung für Ursache und Linderung der Schadenswirkungen nicht bei den am stärksten Betroffenen liege, was die politische Handhabung der Gegenmaßnahmen weiter erschwert.        

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