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06.11.2026

Sicherheit als Standortfaktor: DEFUS bringt kommunale Perspektiven in die Debatte um sichere Innenstädte ein

Wie können Innenstädte gleichzeitig sicher, lebendig und attraktiv bleiben? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Veranstaltung „Sicherheit als Standortfaktor“, die am 3. November von der IHK Braunschweig in Kooperation mit dem Handelsverband Harz-Heide e. V. ausgerichtet wurde. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, Polizei und Kommunen diskutierten über aktuelle Herausforderungen für Innenstädte und mögliche Lösungsansätze für mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität.

Für das Deutsch-Europäische Forum für Urbane Sicherheit (DEFUS) nahm Geschäftsführerin Anna Rau an der Veranstaltung teil und stellte in ihrem Vortrag kommunale Handlungsansätze zur Stärkung des Sicherheitsgefühls in Städten vor. Dabei machte sie deutlich, dass sich gesellschaftliche Krisen und globale Entwicklungen zunehmend in den Kommunen bemerkbar machen. Folgen der Wohnungskrise, soziale Problemlagen oder die Auswirkungen internationaler Konflikte würden vielerorts den öffentlichen Raum und das subjektive Sicherheitsgefühl beeinflussen.

Kommunen stehen deshalb vor der großen Herausforderung, auf diese Probleme reagieren zu müssen, können sie aber nicht ohne Bund und Land lösen. Dennoch können sie einiges tun, um attraktive Innenstädte für alle Nutzungsgruppen zu gestalten. Dafür braucht es Mut, Neues auszuprobieren, Pragmatismus und vor allem die Zusammenarbeit aller Verwaltungsbereiche nach dem Motto: Alle sind zuständig!

Anknüpfend an die Erfahrungen aus dem DEFUS-Netzwerk verwies Rau auf die Bedeutung integrierter kommunaler Sicherheitsstrategien. Sicherheit sei nicht allein die Aufgabe von Polizei und Ordnungsbehörden, sondern eine Querschnittsaufgabe, die Stadtplanung, Sozialpolitik, Prävention, Wirtschaftsförderung und Zivilgesellschaft gleichermaßen einbeziehen müsse. Insbesondere die Gestaltung öffentlicher Räume sowie die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher kommunaler Akteure seien wichtige Faktoren für die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls.

Auch die weiteren Beiträge der Veranstaltung machten deutlich, wie eng Sicherheit und Stadtentwicklung miteinander verknüpft sind. Thomas Ring, Polizeipräsident der Polizeidirektion Braunschweig, hat in einem Vortrag „Gefühlt sicher oder echt unsicher? Kriminalität in Innenstädten“ über objektive und subjektive Sicherheit berichtet, dass die statistische Kriminalitätslage insgesamt stabil ist und sich positiv entwickelt. Für objektive und subjektive Sicherheit in den Innenstädten ist es entscheidend, dass Polizei, Kommunen, Netzwerkpartner sowie die Gesellschaft sehr eng und verzahnt zusammenarbeiten. Dr. Tobias Pollmann, Stadtrat und Ordnungsdezernent der Stadt Braunschweig, hat unter dem Titel „Sicherheit in der Braunschweiger Innenstadt sowie Handlungsmöglichkeiten, Präventionsmaßnahmen und Initiativen des Ordnungsdezernates“ aufgezeigt, in welchem Strukturwandel sich die Braunschweiger Innenstadt aktuell befindet.

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass sich die statistische Sicherheitslage und das individuelle Sicherheitsgefühl nicht immer decken. Einigkeit bestand jedoch darüber, dass beide Aspekte berücksichtigt werden müssen. Für DEFUS bestätigt diese Diskussion die zentrale Bedeutung kommunaler Präventionsarbeit und des Austauschs zwischen Städten, um wirksame und zugleich praxisnahe Lösungen für sichere und lebenswerte Innenstädte zu entwickeln.

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