Aktuelles

12.10.2026

Informationsmelder zum Nahraum (LINa)

Unsere Mitgliedstadt Dortmund hat ein neues Instrument gestartet.

Seit dem 29. September 2026 können Bürgerinnen und Bürger über die „Stadt Dortmund-App“ anonym und ortsbezogen melden, wie sie ihr Quartier wahrnehmen. Der Lokale Informationsmelder zum Nahraum (LINa) befragt die Menschen unter anderem dazu:

  • wie sicher sie sich fühlen,
  • wie sie das Miteinander in ihrem Wohnumfeld erleben und mitgestalten,
  • ob sie sich an einem Ort gern aufhalten,
  • wie gut sie sich zurechtfinden und
  • wie vorbereitet sie sich auf eine Krise fühlen.

Hierbei können sowohl positive als auch belastende Merkmale gemeldet werden.

Dortmund nutzt dafür bewusst keinen Mängelmelder, da Wahrnehmungen keine Mängel sind. Auch eine reine Erfassung von Angstorten greift zu kurz, da Angst nur einer von mehreren Faktoren ist, die einen Ort unsicher erscheinen lassen. Dies wurde bei der Erarbeitung des Strategiepapiers „Urbane Sicherheit 2.0“ deutlich, mit dem die Stadt ihre kommunale Sicherheitsarbeit erstmals strategisch ausrichtet.

In den Quartierslaboren, den Beteiligungsformaten vor Ort in allen zwölf Stadtbezirken, brachten 426 Personen rund 800 Meldungen ein. Viele Faktoren, die das Sicherheitsempfinden prägen, werden dabei weder durch einen Mängelmelder noch durch die Kriminalstatistik erfasst. Aus dieser Erkenntnis entstand LINa.

Damit die gemeldeten Wahrnehmungen Entscheidungen stützen können, fließen die Meldungen in das Präventions- und Sicherheitsmonitoring der Stadt Dortmund ein und werden kleinräumig mit Einsatz-, Kriminalitäts- und Sozialraumdaten sowie den Ergebnissen der Sicherheitsbefragung 2025 verknüpft. Dies ist wichtig, da sich subjektive Sicherheitsempfinden und die objektive Lage nicht immer decken. So lässt sich einschätzen, ob ein Ort eher die Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst oder gestalterische und belebende Maßnahmen benötigt, bevor aus diffusem Unbehagen ein verfestigter Missstand entsteht.

Das Sicherheitsempfinden gilt in Dortmund somit als eigenständiger Steuerungsindikator in der kommunalen Sicherheitsarbeit.

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