Landeshauptstadt Hannover

Hannover, Landeshauptstadt von Niedersachsen, ist eine weltoffene, internationale Stadt in der Mitte Deutschlands und Europas. Rund 535.000 Einwohner*innen mit 178 Nationalitäten sprechen 72 verschiedene Sprachen.  Über 130 bi-nationale Vereine und Migrant*innenselbstorganisationen stützen die Weltoffenheit und den interkulturellen Austausch.

Die Stadt hat sechs internationale Städtepartnerschaften (Perpignan und Rouen in Frankreich, Poznań in Polen, Bristol in England, Blantyre in Malawi und Hiroshima in Japan), ist in einer Vielzahl von Städtekooperationen, europäischen und internationalen Städtenetzwerken engagiert und nimmt an von der EU finanzierten Kooperationsprojekten teil. 

Hannover hat sich zu einer europäischen Transport- und Logistikdrehscheibe entwickelt. Es ist ein international gefragter Wirtschafts-, Wissenschaft- und Messestandort mit circa zwei Millionen deutschen und internationalen Besucher*innen von Messen pro Jahr (Bezugsjahr 2017).

Jede*r achte Studierende der zehn Hochschulen in Hannover kommt aus dem Ausland.  Hannover hat einen der größten Stadtwälder Europas und gehört mit zu den grünsten Städten auf diesem Kontinent.  Die Herrenhäuser Gärten wurden 2015 als bester historischer Garten Europas ausgezeichnet. Hannover ist eine der 31 UNESCO City of Music Städte weltweit. Die Stadt bewirbt sich aktuell um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025.

Der Beitritt zu Efus und Defus stärkt die interkommunale und internationale Netzwerkarbeit der Landeshauptstadt Hannover und ist eine ideale Ergänzung zum Konzept Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum.

Aktuelles

20.01.2023

Hannover packt die Aufwertung der bahnhofsnahen Plätze an

Mehr Restauration, Events und neue soziale Angebote. Die Plätze zwischen dem Nordausgang des hannoverschen Hauptbahnhofs und der List sollen attraktiver gestaltet werden. Neben vielen kleinen und größeren baulichen, sozialen und ordnungsrechtlichen Vorhaben sticht die Belebung des Raschplatzes heraus: Mit einem Beach- und Sportangebot soll der Platz zwischen Kinos, Hauptbahnhof und Pavillion zu einem Eventort werden und dauerhaft einen anderen Charakter erhalten.

Hannover ist auf dem Weg zu einer attraktiveren Innenstadt für alle Menschen. Mit langfristigen und kurzfristigen Maßnahmen macht sich die Stadt daran, die City zu beleben. Der hannoversche Hauptbahnhof spielt dabei eine Schlüsselrolle und rückt in diesem Jahr in den Fokus. Oberbürgermeister Belit Onay analysiert die Situation: „Wenn sich die Menschen am und um den Hauptbahnhof nicht wohlfühlen, strahlt das in die ganze Innenstadt und die angrenzenden Quartiere ab.“ „Derzeit“, so Onay, „haben wir soziale, bauliche und ordnungsrechtliche Herausforderungen. Und wir wissen, dass viele Hannoveraner*innen die bahnhofsnahen Plätze meiden.“ Dieser Zustand sei unhaltbar. „Wir haben die Situation analysiert, haben Vorschläge erarbeitet und gehen jetzt in die Umsetzung. Das ganze Quartier wird aufgewertet.“

Im Rahmen eines breit gefächerten Maßnahmenkatalogs will die Stadtverwaltung in den kommenden Monaten die Wende auf den drei Plätzen einleiten: „Wir können nicht dabei zusehen, wie sich die Situation nördlich des Hauptbahnhofs immer weiter verschlechtert. Wir wollen dem Quartier eine völlig veränderte Wahrnehmung und Atmosphäre geben“, so Ordnungsdezernent und Erster Stadtrat Axel von der Ohe.

Weitreichender sind die temporären Ideen für den gesamten Raschplatz. Dieser wird in den Sommermonaten zur innerstädtischen Sportbühne. Es wird eine Sandfläche aufgeschüttet, die umrandet von Tribünen und Podesten eine Arena für Beachvolleyball, Beachsoccer, Beachtennis und Beachrugby wird. Pflanzen sowie Sound- und Lichttechnik sorgen für karibisches Flair und auch ein entsprechendes gastronomisches Angebot wird eingerichtet. Hier können sich lokale Sportvereine, Freizeitsportler*innen, aber auch professionelle Athlet*innen messen. Ziel ist es, unterhalb der Woche die Fläche zum Training freizugeben und die Wochenenden mit lokalen, nationalen oder freizeitorientierten Veranstaltungen zu bespielen.

In einer Kooperation zwischen der Landeshauptstadt und der Hannover-Veranstaltungs-GmbH (HVG) soll der Raschplatz zu einem attraktiven Raum werden. Auch die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) und Sparkasse haben ihre Unterstützung zugesagt. Turniere, freies Training und eine lockere Atmosphäre sollen dem Platz einen grundsätzlich neuen Charakter geben. Axel von der Ohe freut sich auf den Sommer am Raschplatz: „Veränderungen werden nur real, wenn sie greifbar und erlebbar sind. Wir müssen den Menschen der Stadt ein Angebot machen, den Raschplatz wieder für sich zu nutzen. Wir verbessern jetzt das subjektiv erlebte Sicherheitsgefühl durch eine heterogene Nutzung und eine Belebung. Damit geht eine bessere Kontrollmöglichkeit und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Sauberkeit einher“.

Das Event soll im Laufe des Monats Mai starten und dann rund drei Monate laufen. Eine organisierte Nutzung vom frühen Nachmittag bis in die Abendstunden soll gewährleistet werden. Eine erste Kostenschätzung für das Gesamtprojekt am Raschplatz beläuft sich – je nach Ausgestaltung – auf  rund 400.000 Euro. Die Details zum Programm und den Abläufen werden im Laufe des Frühjahrs vorgestellt. Hans Nolte, Chef der Hannover-Marketing-Gesellschaft (HMTG) übernimmt die Organisation: „Der Bahnhof und sein Umfeld ist als Ankunftsort in unserer Stadt für viele der erste Eindruck von Hannover. Mit dem Sport- und Eventprogramm können wir Hannover nachhaltig attraktiver machen.“

Keine Entwicklung ohne Experimente

Onay macht deutlich, dass die Entwicklung der Innenstadt daran hängt, neue Dinge auszuprobieren: „Vor zwei Jahren haben mit den Experimentierräumen erfolgreich die Grundlage für eine autofreie und menschengerechte Innenstadt gelegt. Daran knüpfen wir an und Experimentieren weiter. Was klappt, setzen wir fort, was nicht klappt, macht uns um eine Erfahrung reicher.“

Seitens der Stadtentwicklung werden in diesem Jahr ausgehend vom Innenstadtdialog auch Überlegungen weiterentwickelt, wie der Bereich zwischen Berliner Allee und Hauptbahnhof – und damit auch der Raschplatz – städtebaulich langfristig entwickelt werden kann. In einem ersten Schritt soll ein Masterplan für das nördliche Bahnhofsviertel erarbeitet werden.

Bahnhofsquartier bleibt Ort aktiver Sozialpolitik

Sylvia Bruns, Sozialdezernentin der Landeshauptstadt Hannover betont, dass die niedrigschwelligen Angebote für wohnungslose und suchtkranke Menschen eingebettet sind in die Weiterentwicklung des gesamten Bereichs. „Auch die obdachlosen und teils suchtkranken Menschen, die sich derzeit auf den bahnhofsnahen Plätzen aufhalten, bekommen neue Hilfen und Aufenthaltsorte in der Innenstadt.“

Fortschritte bei der Verbesserung der Aufenthaltsqualität und neuen Hilfen sind unter anderem:

Verlegung des Kontaktladens Mecki in eine neue Räumlichkeit und mit zusätzlichen medizinischen Angeboten

Kombiniertes Angebot aus Bett, Substitution und Tagesstruktur, dezentrales Angebot in Kooperation mit Suchthilfe und Suchtmedizin

Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem Vorplatz Fernroder Straße für die offene Drogenszene durch verbesserten Witterungsschutz (Sitzplätze, Dächer)

Ausbau der Diamorphinambulanz auf 150 Plätze und zusätzlich Ausbau der Tagesstruktur in der Praxis; die bisherigen Räumlichkeiten in der Odeonstraße bieten nur für 80 Patient*innen Raum; für die Erweiterung ist eine neue Immobilie zu suchen

Schaffung eines Modellprojekts „Substitution Crack“ durch eine gemeinsame Initiative mehrerer Bundesländer für einen wissenschaftlich begleiteten Modellversuch

Ausbau der städtischen Straßensozialarbeit „Arbeitsschwerpunkt Sucht“ mit dem Ziel, die Koordination mit Suchtmedizin zu verbessern

Bruns beschreibt, dass die Vielfalt und ein Mix aus zentralen und dezentralen Angebote die Chance bieten, die besonders durch Nutzungskonflikte geprägten, innenstadtnahen Plätze zu entlasten. Bestehende Angebote werden dafür kontinuierlich vernetzt. Künftig sollen auch mobile Angebote eine größere Rolle spielen.

Für Stadträtin Bruns steht fest: „Angebote für wohnungslose Menschen müssen niedrigschwellig erreichbar sein. Wohnungslose Menschen gehören zur Stadtgesellschaft und werden auch zukünftig öffentliche Räume nutzen.“

Die Stadtverwaltung wird das Gesamtkonzept zur ordnungsrechtlichen und sozialpolitischen Weiterentwicklung der bahnhofsnahen Plätze zeitnah vorstellen.

23.05.2022

Podcast-Reihe zum Thema „Häusliche Gewalt“

Der Kommunale Präventionsrat (KPR) der Landeshauptstadt Hannover hat jetzt eine Podcast-Reihe zu häuslicher Gewalt veröffentlicht. Leitmotto ist das KPR-Jahresthema „Hannover ist stärker als Gewalt – für sichere Familien in unserer Stadt“. Die 15- bis 35-minütigen Folgen sind im Internet auf Spotify kostenfrei abrufbar . Sie thematisieren Fragestellungen wie „Was die Polizei bei häuslicher Gewalt tun kann“, „Welche Auswirkungen häusliche Gewalt für Kinder hat“ oder „Was mich im Frauenhaus erwartet“.

Der offizielle Startschuss für die Podcast-Reihe wurde an diesem Dienstag (17. Mai) im Rahmen des KPR-Fachtags gegeben. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Belit Onay setzten Bürgermeister und KPR-Vorsitzender Thomas Hermann, der Erste Stadtrat Dr. Axel von der Ohe, Gleichstellungsbeauftragte Friederike Kämpfe sowie Polizeipräsident Volker Kluwe Zeichen gegen häusliche Gewalt und zeigten Plakate, auf denen Zitate aus den Podcasts zu lesen sind.

„Der Podcast ist nicht nur eine neue und spannende Erfahrung, sondern eine gute Möglichkeit, ein Thema facettenreich aufzugreifen und darüber zu informieren“, sagt Bürgermeister und KPR-Vorsitzender Thomas Hermann, der betont: „Es ist wichtig, sich mit allen möglichen Mitteln mit dem Thema „Häusliche Gewalt“ auseinanderzusetzen und Hilfestellungen anzubieten.“

Drei angehende Verwaltungsfachwirtinnen, Licia Biotti, Meike Kallmeyer und Sabrina Kügler, haben unter der Federführung der Geschäftsführerinnen Sinem Eryurt-Celik und Thea Giebl die Podcast-Reihe entwickelt und produziert. Beteiligt als Interviewpartner*innen waren eine Reihe von Institutionen, um das Thema „Häusliche Gewalt“ aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten: Polizeidirektion Hannover, das Frauenhaus Hannover, das Netzwerk ProBeweis, Waage e.V., TäBea – Beratungs- und Therapiezentrum, Männerbüro e.V., das Kinderschutzzentrum Hannover sowie Thomas Hermann.

 

Hintergrund:

Der Kommunale Präventionsrat der Landeshauptstadt Hannover beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem Thema „Häusliche Gewalt“. Unter dem Motto „Hannover ist stärker als Gewalt – für sichere Familien in unserer Stadt“ wollen der KPR und die zahlreichen Netzwerkpartner*innen in diesem Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen über das Thema und über Hilfsangebote informieren. In den vergangenen Monaten haben bereits viele Termine stattgefunden. Weitere Informationen zum Jahresmotto sowie den Veranstaltungskalender bietet das Internet unter www.kpr-hannover.de.

19.11.2021

Neue Perspektive für wohnungslose Menschen in Hannover

Mehr Platz zur Versorgung obdachloser Menschen nach dem Konzept des Kontaktladens „Mecki“ – das war und ist die Herausforderung, für die die Landeshauptstadt und Region Hannover jetzt eine finanziell abgesicherte Standortlösung erreicht haben, unter Einbeziehung des Trägers des jetzigen Tagesaufenthaltes Kontaktladen „Mecki“, dem Diakonischen Werk Hannover, und in Kombination mit einer zusätzlichen Notschlafstelle in Citynähe.

Die Stadt stellt dafür einen Teil der Immobilie mit einer Fläche von rund 500 Quadratmetern in der Augustenstraße 11 zur Verfügung, die mit einer geplanten Erweiterung der bisherigen sozialen Angebote einhergeht. Für den „Mecki 2.0“ sind das Erdgeschoß und das erste Obergeschoß vorgesehen. Stadt und Region unterstützen das Projekt samt notwendiger Umbaumaßnahmen und haben vorsorglich Haushaltsmittel bis zu je einer Million Euro hierfür eingeplant. Das detaillierte Nutzungskonzept inklusive des zeitlichen Umsetzungsrahmens und der jeweiligen Finanzierungsbeiträge von Region und Stadt wird derzeit ausgearbeitet. Daran schließen sich dann die Hochbauplanung des derzeit auf den Rohbau zurückgebauten Gebäudes, das Baugenehmigungsverfahren und die erforderlichen Vergabeverfahren an. Die Aufnahme der Nutzung kann nach heutigem Stand dann voraussichtlich in 2023 / 2024 erfolgen.

„Die Neuaufstellung des ‚Mecki 2.0‘ ist Teil einer langfristigen Strategie und ein Meilenstein zur Verbesserung der Situation wohnungsloser Menschen in Hannover. Es gibt einen Anstieg der Bedarfe, die der bisherige Standort nicht mehr leisten kann. Wir brauchen eine Anlaufstelle, die in der Innenstadt liegt und den Bedürfnissen in Not geratener Menschen Rechnung trägt. Die Immobilie in der Augustenstraße 11 bietet sowohl Platz für den ‚Mecki 2.0.‘ als auch Übernachtungsangebote (Notschlafsstelle). Diese Kombination wird den ‚Mecki 2.0.‘ zu einer modernen sozialen Versorgungsstation in Hannover machen“, erläuterte Sylvia Bruns, Sozialdezernentin der Landeshauptstadt Hannover.

Der Kontaktladen wird durch die Region Hannover als Angebot der Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten finanziert. „Seit vielen Jahren leistet der Kontaktladen Mecki kompetente und engagierte Beratung und Unterstützung für Menschen in schwierigsten Lebensverhältnissen. Diese Arbeit wollen wir langfristig sichern und mit den neuen Räumlichkeiten bessere Bedingungen für die Rat- und Hilfesuchenden und die Mitarbeitenden schaffen. Sehr wichtig ist uns dabei auch das medizinische und pflegerische Angebot. Mit dem Umzug in die Augustenstraße können wir die medizinische und pflegerische Versorgung wohnungsloser Menschen auf eine gute Basis stellen, dauerhaft erhalten und erweitern, zum Beispiel mit Hilfen bei psychischen Erkrankungen,“ sagte Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover.

 „Ich freue mich, dass wir nach einer intensiven Verhandlungsphase eine gute Lösung gefunden haben. Ein so großes Projekt kann nur gemeinsam gelingen, daher bin ich über die gute Zusammenarbeit und den offenen Austausch mit Stadt und Region Hannover sehr dankbar. Die erfolgreiche Arbeit im Kontaktladen Mecki kann durch diese gute Lösung nun weiter ausgebaut werden“, so Lutz Jung, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Hannover gGmbH.

Angedacht ist eine Nutzung des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses für die sozialen Angebote des Kontaktladens „Mecki“ (beispielsweise soziale Beratung, medizinische Versorgung, Angebote für die Körperhygiene und zur Reinigung von Wäsche). Im zweiten Obergeschoss sowie einem geplanten dritten Geschoss (muss noch erstellt werden) entsteht eine Notschlafstelle der Stadt Hannover. Die Umsetzung des Projektes wird nach jetziger Schätzung circa zwei Jahre dauern. Als Interimslösung konnte der Tagesaufenthalt bereits im Juli mit den Räumlichkeiten des ehemaligen Angebotes „Kompass“ (Lister Meile 2) durch eine Vereinbarung mit der Region Hannover erweitert werden.

Hintergrundinformationen Kontaktladen „Mecki“

Direkt am Raschplatz hinter dem Hauptbahnhof Hannover, ist der Kontaktladen „Mecki“ seit April 1985 eine niedrigschwellige Anlauf- und Vermittlungsstelle für Personen in besonderen sozialen Schwierigkeiten (§§ 67 ff. SGB XII). Er ist als Schutz- und Ruheraum für die Nutzer*innen konzipiert. Ziel der Arbeit ist es, die Menschen bei der Sicherung des Lebensunterhaltes zu unterstützen, Zugang zu sozialen Hilfen zu ermöglichen und bei der Durchsetzung berechtigter Ansprüche zu helfen. Der Kontaktladen bietet eine Kombination aus Anlaufstelle, Straßensozialarbeit und medizinischer Grundversorgung. Zusätzlich besteht dort die Möglichkeit, ärztliche und pflegerische Hilfen in Anspruch zu nehmen. Die Einrichtung orientiert sich an der Lebenslage alleinstehender wohnungsloser Menschen und soll als niedrigschwelliges Angebot nicht nur Unterstützung bieten, sondern auch Ausstiegs- und Veränderungsmöglichkeiten aufzeigen.

23.08.2021

Kriminalitätsverteilung in Hannover

Die Polizei und die Stadt Hannover veröffentlichen im dritten Quartal den Sicherheitsbericht für die Landeshauptstadt. Dabei werden die aktuellen Kriminalitätszahlen für das Jahr 2020 – aufgeschlüsselt für jeden Stadtteil – vorgestellt. Beide Behörden gewährleisten damit eine größtmögliche Transparenz für die Bevölkerung und setzen ihren intensiven Austausch mit den Vertretenden der örtlichen Gremien fort.

Der jährlich erscheinende Sicherheitsbericht hat ausschließlich Delikte im Fokus, welche einen Bezug zum öffentlichen Raum haben und/oder das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung im besonderen Maße beeinflussen. Hierbei werden insbesondere folgende Straftaten im Vier-Jahres-Vergleich betrachtet: Gesamtstraftaten (Ohne Staatsschutz- und Verkehrsdelikte), Raubdelikte, Körperverletzungen, Diebstahlsdelikte (u.a. Wohnungseinbrüche), Sachbeschädigungen und Rauschgiftdelikte.

In den Sicherheitsbericht fließen keine Straftaten ohne Tatort ein. Hierunter fallen u.a. Betrugsdelikte aus dem Bereich „Cybercrime“ bei denen kein Tatort ermittelt werden konnte.

Für die Landeshauptstadt Hannover ist für das Jahr 2020 ebenfalls, wie bereits für das Jahr 2019 festgestellt, ein rückläufiger Trend an Straftaten zu verzeichnen.

In dem zu betrachtenden Zeitraum 2020 müssen die besonderen Umstände während der Covid-19 pandemiebedingten Einschränkungen berücksichtigt werden, die direkt Auswirkungen auf das Kriminalitätsgeschehen hatten.

Im Jahr 2019 wurden noch 69.613 Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Im Jahr 2020 dagegen wurden 68.540 Gesamtstraftaten registriert. 

65.005 Straftaten davon konnten den einzelnen Stadtbezirken/Stadtteilen zugeordnet werden. Durch technische Anpassungen ist ein leichter Anstieg zum Vorjahr 2019 zu verzeichnen. Nunmehr können zum Beispiel Straftaten, welche in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeidirektion Hannover fallen, dem Stadtteil Mitte zugeordnet werden. Dies bedeutet, dass Straftaten, welche im Bereich des Hauptbahnhofes durch die Bundespolizei aufgenommen worden sind, jetzt dem Stadtteil Mitte zugeordnet sind.

Hervorzuheben ist, dass Pandemiebedingt eine veränderte Form der Arbeitswelt und der Mobilität stattgefunden hat. Somit führten die Präsenz im eigenen Wohnraum durch Homeoffice oder Kurzarbeit und die Einschränkungen zur Einreise in die Bundesrepublik Deutschland für überörtlich agierende Tätergruppierungen zu einem Rückgang der Wohnungseinbrüche auf 706 Taten. Im Vorjahr wurden 1037 Taten verzeichnet.

Ebenfalls ist ein Rückgang der Körperverletzungsdelikte festzustellen. Im Jahr 2020 wurden 6.881 Körperverletzungen registriert (2019: 7.238 Körperverletzungen). Durch den Wegfall von Großveranstaltungen, wie beispielsweise das Schützen- und das Maschseefest, sind die Tatgelegenheiten reduziert worden.

Im Bereich der Rauschgiftkriminalität machen fast 80 Prozent der bekannt gewordenen Straftaten die allgemeinen Verstöße „Besitz von Rauschgift“ aus. Die restlichen 20 Prozent sind als Handelsdelikte einzuordnen. Die Anzahl der Rauschgiftdelikte sagt grundsätzlich nichts über die räumliche Verteilung der Straftaten aus, sondern sie legt in der Regel offen, an welchen Orten die Polizei Feststellungen getroffen oder Hinweise hierzu erhalten hat.

„Die Pandemie hat sich nicht nur auf das öffentliche Leben und die Kriminalität ausgewirkt, sondern auch auf die gemeinsamen Maßnahmen zur Erhöhung von Sicherheit und Ordnung in der Landeshauptstadt Hannover. Gleichzeitig war der Alltag beider Behörden von der Durchsetzung der jeweiligen aktuellen Corona-Verordnung geprägt. Wir freuen uns, dass wir die gemeinsamen Streifen mit dem Ordnungsdienst der Landeshauptstadt Hannover nun wieder intensivieren können. Durch die gemeinsame Präsenz möchten wir die Ansprechbarkeit für alle gewährleisten und das Sicherheitsgefühl der Menschen in der Landeshauptstadt stärken.“ äußert sich Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe.

Das Jahr 2020 war ein außergewöhnliches Jahr für die Bevölkerung, die Landeshauptstadt und für die Polizeidirektion von Hannover.

Die Tätigkeiten des Ordnungsdienstes und der Polizei Hannover wurden durch den Umgang mit der Covid-19-Pandemie stark geprägt. Durch das Land Niedersachsen und die Region Hannover wurden seit Mitte März 2020 zahlreiche ordnungsrechtliche Vorschriften zur Eindämmung der Pandemie erlassen. Für die Durchsetzung dieser Regelungen arbeiteten die Stadt Hannover und die Polizeidirektion Hannover zusammen im engen Austausch. Der Ordnungsdienst hat allein 427 Mal in Ladengeschäften die jeweils aktuell geltenden Coronabestimmungen kontrolliert. Hiervon führten etwa 10 Prozent zur Schließung des Geschäfts. Mehr als 11.000 Mal wurden Personen auf die Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln hingewiesen. Insgesamt wurden durch Mitarbeitende der Stadt Hannover 28.161 Bürgergespräche geführt. Im Stadtgebiet hat das Ordnungsamt 1.623 Verstöße gegen die Spielplatzsatzung festgestellt. 388 Verstöße wurden mit einem Platzverweis geahndet.

„Mit dem diesjährigen Bericht legen die Polizeidirektion Hannover und die Landeshauptstadt zum vierten Mal einen gemeinsamen Sicherheitsbericht vor.“, so Dr. Axel von der Ohe, Dezernent für Finanzen, Sicherheit und Ordnung bei der Landeshauptstadt Hannover. „Die Einführung eines solchen gemeinsamen Reportings hat sich bewährt. Es schafft Transparenz über die Tätigkeit von Polizei und städtischem Ordnungsdienst und leistet einen wichtigen Beitrag für eine faktenbasierte Bewertung der jeweils aktuellen Ordnungs- und Sicherheitslage. Der Bericht ist zudem ein ganz konkreter Beleg für die gelebte Sicherheitspartnerschaft von Polizei und Stadtverwaltung.“

Den gesamten Sicherheitsbericht finden Sie unter hier.

22.06.2021

Zwischenbericht zur Umfrage „Wohnungslosigkeit“

Knapp 1.400 Menschen, davon mehr als 300 ohne festen Wohnsitz, haben im April an einer städtischen Umfrage zur Wahrnehmung von Wohnungslosigkeit in Hannover teilgenommen. Ziel war es, eine bessere Einschätzung für die Bedürfnisse der Menschen und der Wahrnehmung des Themas in der Gesamtbevölkerung zu erhalten.

Die Umfrage richtete sich sowohl an Menschen mit festem Wohnsitz als auch explizit an wohnungslose Menschen. Der Fragebogen enthielt je nach Filterfunktion bis zu vierzehn Fragen, u.a. auch die Abfrage zu soziodemographischen Eckdaten. Um auch nicht deutschsprachigen, wohnungslosen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Befragung durch 16 mehrsprachige* Interviewer*innen unterstützt, darunter Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, (Straßen-) Sozialarbeit, Integrationsmanagement, Koordinierungsstelle Südosteuropa sowie Ehrenamtliche.

Teilgenommen haben 1.030 Personen mit festem Wohnsitz und 331 Personen ohne festen Wohnsitz. Unter den 331 wohnungslosen Menschen waren 211 Männer, 59 Frauen und 4 diverse Menschen. Die Teilnehmenden waren überwiegend im Alter von 35 bis 54 Jahren. Es handelte sich dabei zum großen Teil um alleinlebende Männer, aber auch um Paare oder Familien mit minderjährigen Kinder.

Ergebnisse der Befragung von Menschen ohne festen Wohnsitz

  • Fast drei Viertel (73 Prozent) der wohnungslosen Menschen sucht eine Wohnung. Die am häufigsten genannten Probleme bei der Wohnungssuche waren der Preis („zu teuer“), Schulden- oder Schufa-Einträge oder „das schaffe ich nicht alleine“ (jeweils über 40 Prozent der Nennungen, Mehrfachnennungen waren möglich). Auch die Antwort „Vermieter wollen mich nicht“ wurde von über einem Drittel als Problem angegeben. Fast ein Fünftel der Befragten gab an, dass sie keinen Anspruch auf eine Wohnung in Hannover haben.
  • Jeweils fast zwei Drittel antwortete auf die Frage „Brauchen /möchten Sie Unterstützung bei der Wohnungssuche?“ mit „ja, jemand, der sucht“ oder „ja, jemand, der begleitet“. Fast ein Viertel gab an, dass „sprachliche Hilfen“ zur Unterstützung bei der Wohnungssuche benötigt werden (Mehrfachnennungen möglich).
  • Rund 27 Prozent der Antwortenden sucht nachts eine Notunterkunft auf. Jeweils rund ein Viertel gibt an, sich „irgendwo draußen“ aufzuhalten oder in einer „festen Unterkunft für wohnungslose Menschen“.  Etwa 15 Prozent gab an, nachts bei „Freunden oder Bekannten“ zu sein oder „das möchte ich nicht sagen“.
  • Auf die Frage nach Hilfen in der aktuellen Situation, entfielen die meisten Antworten - abgesehen von einer „eigenen Wohnung“ (73 Prozent) - auf Soziale Arbeit (51 Prozent), medizinische Versorgung (44 %) Unterkünfte mit Einzelzimmer (42 %) sowie Information und Beratung (32 Prozent), Essensausgaben / Tafeln (32 Prozent), Therapieplätze (z.B. Sucht- oder Psychotherapie) (31 Prozent).
  • Zu konkreten Maßnahmen, die die individuelle Situation verbessern würden, wurde am häufigsten der Wunsch nach deutlich mehr bezahlbarem Wohnraum im Stadtgebiet geäußert, aber auch nach mehrsprachiger Unterstützung und Beratung.
  • Vereinzelt gab es Hinweise auf Gewalterfahrungen innerhalb und außerhalb von Unterkünften oder Rassismuserfahrungen, auch auf dem Mietwohnungsmarkt.

Ergebnisse der Befragung von Menschen mit festem Wohnsitz

  • „Nehmen Sie Wohnungslosigkeit in Hannover wahr?“ richtete sich als erste Frage an die Menschen mit festem Wohnsitz. Nahezu alle Befragten unabhängig von Geschlecht, Alter oder Migrationshintergrund gaben an, Wohnungslosigkeit in der Stadt Hannover wahrzunehmen, sei es im Stadtbild, in Kenntnis der Orte für Hilfsangebote oder über die Medienberichterstattung.
  • Mehr als die Hälfte der Antwortenden nannte den Stadtteil Mitte als Ort, an dem Wohnungslosigkeit wahrgenommen wird. Angegeben wurden Standorte rund um den Kröpcke, am Opernplatz und in Bahnhofsnähe. Einen Stadtteil außerhalb der Innenstadt nannten ebenfalls mehr als die Hälfte der Antwortenden (Absteigend: Linden, List, Oststadt, Nordstadt, Südstadt).
  • Einen ganz konkreten Ort in der Innenstadt, an dem sich wohnungslose Menschen aufhalten, nannten 436 Befragte. 289 Befragte gaben einen konkreten Ort in einem anderen Stadtteil Hannovers an.
  • Wohnungslose Menschen werden an den konkreten Orten mehrheitlich wie folgt angetroffen: täglich, im ganzen Jahr, den ganzen Tag. Es handelt sich vorwiegend um Erwachsene (ohne Kinder / keine Senior*innen), darunter vor allem Männer. Es wurden aber auch Jugendliche und junge Erwachsene wahrgenommen.
  • Fast 70 Prozent der Befragten ist es „sehr wichtig“, dass es Hilfen und Unterstützung für wohnungslose Menschen in Hannover gibt.
  • Jede*r sechste Befragte gab an, sich bereits ehrenamtlich in der Wohnungslosenhilfe zu engagieren, gut ein weiteres Viertel kann es sich vorstellen, ehrenamtlich für wohnungslose Menschen tätig zu sein.
  • Zielgruppen, für die sich die Befragten besonders einsetzen möchten, sind vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche, Familien/Eltern, Suchtkranke oder wohnungslose Menschen bestimmter Nationalität bzw. Sprache.
  • Zur Frage der Eröffnung eines neuen Hilfsangebotes in der Nachbarschaft, sagten zwei Drittel „gut, es muss Hilfen geben“, weitere rund 20 Prozent fänden dies „gut“ und würden sich dort engagieren wollen. Ebenfalls gut 20 Prozent fänden dies „gut, sorgen sich aber um Probleme in der Nachbarschaft“. Sechs Prozent der Teilnehmenden sprach sich dagegen aus. Laut Umfrage stehen Frauen einem solchen Hilfsangebot positiver gegenüber, ebenso Befragte mit Migrationshintergrund und auch junge Menschen. Je älter die Befragten sind, desto eher gab es Bedenken oder Ablehnung.

Weitere Informationen

23.10.2020

Kriminalitätsverteilung in Hannover 2015 bis 2019

In diesem Jahr veröffentlichen Polizei und Stadt Hannover bereits zum dritten Mal den Sicherheitsbericht für die Landeshauptstadt. Dabei werden die aktuellen Kriminalitätszahlen – aufgeschlüsselt für die Stadtteile – für das Jahr 2019 präsentiert. Damit setzen beide Institutionen ihren Weg einer größtmöglichen Transparenz sowie eines intensiven Austauschs mit kommunalen Gremien fort.

Für das Jahr 2019 sind die Fallzahlen der gesamten Straftaten für die Landeshauptstadt Hannover im Vergleich zum Jahr 2018 leicht zurückgegangen. Damit setzt sich ein rückläufiger Trend fort, der seit dem Jahr 2016 festzustellen ist.

Im Jahr 2019 flossen im gesamten Stadtgebiet 69.613 Straftaten in die Polizeiliche Kriminalstatistik ein, von denen 63.404 den 13 Stadtbezirken bzw. 51 Stadtteilen zugeordnet werden konnten.

Da der Sicherheitsbericht ausschließlich Delikte beleuchten soll, die einen Bezug zum öffentlichen Raum haben und/oder das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger vor Ort im besonderen Maße beeinflussen, werden folgende Straftaten in der Statistik veröffentlicht:

Gesamtstraftaten (ohne Staatsschutz- und Verkehrsdelikte):

  • Raubdelikte gesamt, davon Straßenraub
  • Körperverletzungen
  • Diebstahldelikte gesamt, davon Wohnungseinbruchdiebstahl, Diebstahl von Kraftfahrzeugen (ohne Motorräder) und Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen
  • Sachbeschädigungen
  • Rauschgiftdelikte

Bei den zuletzt erwähnten Rauschgiftdelikten ist zu beachten, dass diese im starken Maße von der Kontrollintensität der Polizei abhängig sind. Diese Zahlen lassen jedoch keine Rückschlüsse auf die räumliche Verteilung der Taten zu, sondern dokumentieren vielmehr die Örtlichkeiten der polizeilichen Feststellungen.

Außerdem wird in dem Sicherheitsbericht erneut umfangreiches Zahlenwerk zum städtischen Ordnungsdienst der LHH veröffentlicht. Demnach haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2019 unter anderem über 26.000 Bürgergespräche geführt, 4.347 Platzverweise ausgesprochen und 30.456 Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht. Erstmalig werden diese städtischen Maßnahmen nun auch bis auf die Ebene der Stadtteile dargestellt.

Der gesamte Sicherheitsbericht findet sich in der Anlage, er ist auch auf hier abrufbar.

Ansprechpartner

Herr Dr. Axel von der Ohe
Dezernent für Finanzen und Ordnung

DezII@Hannover-Stadt.de

Sinem Eryurt-Celik
Geschäftsstelle des Kommunalen Präventionsrates (Dez. II.)

sinem.eryurt-celik@hannover-stadt.de