Manifeste

All fünf bis sechs Jahre organisiert EFUS eine große Konferenz mit dem Ziel, die aktuellen Debatten und Diskussionen zum Thema urbane Sicherheit in Europa zusammenzuführen. Im Vorfeld werden zu aktuellen Themen in einem partizipativen Prozess Empfehlungen aus den Kommunen erarbeitet, die dann mit den aktuellen Ergebnissen der Konferenz in ein Manifest fließen. Das Manifest legt die großen strategischen Arbeitslinien von EFUS fest und richtet zugleich Forderungen und Empfehlungen an die Politik in den europäischen Einzelstaaten und an die EU. Aktuell ist das Manifest von Aubervilliers und Saint Denis gültig.

Im November 2017 wird in Barcelona das nächste Manifest verabschiedet.

Sicherheit, Demokratie und Städte – Das Manifest von Aubervilliers und Saint Denis

Das Manifest von Aubervilliers und Saint Denis ist eine politische Plattform, die sich mit der urbanen Sicherheit in europäischen Städten beschäftigt. Es bringt die Werte und Prinzipien von über 250 europäischen Städten und Gemeinden zusammen und referiert den Stand der europäischen Sicherheitsdiskussion in Europa. Das Manifest knüpft an die gemeinsamen Erklärungen der vorangegangenen Sicherheitskonferenzen des europäischen Städtenetzwerks von Neapel (2000) und Saragossa (2006) an. Es zeigt die Zukunftspläne und Handlungsfelder auf, die die europäischen Städte und Gemeinden bei der urbanen Sicherheit sehen. Das Manifest wurde am 14. Dezember 2012 auf der Konferenz „Sicherheit, Demokratie und Städte: Wo liegt die Zukunft der Prävention?“ in Aubervillers und St. Denis bei Paris, beschlossen und im April 2013 von den DEFUS-Mitgliedern im Beisein der EFUS-Geschäftsführerin Elizabeth Johnston offiziell unterzeichnet.

 

Im Kern fordern die europäischen Städte und Gemeinden eine vorausschauende Sicherheitspolitik ein. Die Prävention wird als eine sinnvolle strategische Alternative zur klassischen Repressionspolitik gesehen. Die Investition in Präventionsmaßnahmen und personellen Ressourcen wird langfristig als kostengünstiger bezeichnet. Sicherheitsarbeit ist die Basis für kommende Städtegenerationen und wird die Lebensqualität in den europäischen Städten nachhaltig verbessern – eine Erkenntnis die europaweit nicht immer vorhanden war.

Auch wird sehr deutlich unterstrichen, dass die Rathäuser der Städte und Gemeinden auf die Mitwirkung der Bürgerschaft setzen, vor allem der jungen Menschen. Betont wird die Notwendigkeit der Abkehr von der Stigmatisierung junger Menschen als Verursacher von Gewalt und der Schutz junger Menschen vor Gewalt. Auch werden die Grundrechte in der Erklärung stark betont, insbesondere die Rechte der Frauen und Mädchen, die „systematisch und konstant“ geschützt werden müssten. Weiter wird betont, dass Prävention methodisch angegangen werden muss, vor allem im Bereich der Umsetzung und der Evaluation.

19 große Themenblöcke werden abgehandelt, als da sind:

Sicherheitsanalysen, Präventionsprogramme und Wirkungsüberprüfung

  • Schutz öffentlicher Räume
  • Mediation
  • Bürgerbeteiligung bei Sicherheitsfragen
  • Die Polizei als aktiver Gestalter der Prävention
  • Prävention von Rückfälligkeit
  • Betonung des Gendergedankens und Vorsorge von Gewalt gegen Frauen
  • Gewalt in Schulen und Schulabbruch
  • Sport und Prävention
  • Kunst, Kultur und Prävention
  • Tourismus und Sicherheit
  • Bekämpfung der Drogensucht
  • Städtesicherheit bei Nacht
  • Kollektive Gewalt
  • Risikomanagement in Städten
  • Technologie im Dienst der Prävention
  • Public Private Partnerships
  • Zusammenarbeit  zwischen Stadt, Region und Ländern
  • Organisierte Kriminalität in Städten

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