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17.09.2020

Hauptaufgabe: "Den Laden zusammenhalten"

In einem Zwischenruf für den Deutschen Präventionstag (DPT) äußert sich Christian Kromberg, stellevertretender Vorsitzender von DEFUS, zur Notwendigkeit des vernetzen Handelns um die Pandemie zu bewältigen, lebenswerte Städte zu gestalten und das friedliche Zusammenleben in einer sich ausdifferenzierenden und vielfältigen Gesellschaft zu fördern. Christian Kromberg sieht die Hauptaufgabe der Kommunen darin den "Laden zusammenzuhalten" und in einem Gemischtwarenladen wie Kommunen es sind, gelingt das nur gemeinsam.

Kern des Sicherheitsmanagements vor Ort ist es, mit einem 360° Grad Blick urbanes Zusammenleben und urbane Sicherheit zu betrachten und gut abgestimmte, koordinierte und strategische zu bearbeiten. Vor Ort, in den Kommunen, funktioniert die Zusammenarbeit mit der Polizei, den zivilgesellschaftlichen Organisationen und sozialen Trägern meist gut. Selbstkritisch anzumerken ist allerdings, dass in den meisten Kommunen nicht ausreichend und entsprechend qualifiziertes Personal für die Koordination der Sicherheits- und Präventionsarbeit vorgehalten wird.

Richten wir den Blick auf die Landes- und Bundesebene, müssen wir feststellen, dass es zwar Landespräventionsräte gibt, aber der in NRW ist schlecht ausgestattet und wird zu wenig gehört. Auch der Bundeseben gibt es gar kein ressortübergreifendes Gremium das die Politik, Strategien und Maßnahmen zur Reduktion von Gewalt und Kriminalität bündelt. Stattdessen sehen wir eine Vielzahl von Einzelthemen und Strategien.

Insgesamt, so Kromberg, würde noch zu stark auf Repression gesetzt und da müsse sich was ändern. Gerade für Kommunen, die der Hauptträger der Präventionsarbeit sind, wären Standards und Vorgaben von der Bundes- und Landesebene da hilfreich.

Deswegen braucht es ein nationales Gesetz zur Prävention von Gewalt und Kriminalität, das über die bisherige Praxis einer oft spät einsetzenden Intervention und kurzfristigen Reaktion auf Kriminalität und Gewalt hinausgeht. Auf Grundlage dieses Gesetzes sollte eine nationale Strategie der Gewalt- und Kriminalprävention erarbeitet und Rahmenempfehlungen für Länder und Kommunen aussprechen.

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